Vor- und Nachteile einer Bestandsimmobilie

2021-05-17 00:00

Wer beim Kauf einer Immobilie mit einem Bestandsobjekt liebäugelt, findet dafür weit mehr als nur ästhetische Gründe. So finden sich Bestandsimmobilien oft in bereits etablierten Wohnvierteln in Zentrumsnähe, was nicht nur für den Eigennutz von großem Mehrwert ist, sondern auch die Vermietung der Immobilie erleichtert. Gerade bei jungen Mietern sind Altbauwohnungen aufgrund ihrer meist sehr guten Lage besonders beliebt. Auch die großzügige Raumaufteilung und Deckenhöhe lassen die Herzen der Altbau-Enthusiasten höherschlagen. Der individuelle Charakter des Objekts ist damit verbunden bei Bestandsimmobilien oft deutlich ausgeprägter als bei Neubauten. Und wer bekommt bei knarzendem Holzfußboden keine weichen Knie?

Dass potenzielle Mieter sich also oft schon bei der Besichtigung einer Wohnung verlieben, ist kein Wunder. Übrigens ein weiterer Vorteil, den die Bestandsimmobilie gegenüber einem Neubau hat: Sie lässt sich im Vorhinein besichtigen und erlaubt Ihnen als Interessenten noch vor dem Kauf der Bestandsimmobilie einen ehrlichen Eindruck.

Jedoch ist eine Bestandsimmobilie nicht automatisch auch ein opulenter Altbau. Wer sich für Bestand entscheidet, kauft, zumindest finanziell, oft auch die Katze im Sack: Versteckte Kosten sind nicht unüblich. Der Kauf einer Immobilie, die noch nicht nach KfW Standard gebaut wurde, birgt aufgrund niedriger Energieeffizienz das Risiko teurer Sanierungen und immer wachsender Instandhaltungskosten. Und das auch bei Wohnungen, die den Aufwand nicht durch Stuck an den vier Meter hohen Decken wieder wettmachen.

Dennoch: Ist die Bestandsimmobilie mal ordentlich saniert, halten sich auch hier die Erhaltungskosten in Grenzen - und durch oftmals niedrigere Kaufpreise haben Sie beim Kauf der Bestandsimmobilie auch einen monetären Vorteil in der Anschaffung. Außerdem lässt sich der zusätzliche Kostenaufwand bei professioneller Begutachtung durch einen Sachverständigen meist realistisch einschätzen. Was viele nicht wissen: Handelt es sich bei der Immobilie um ein Objekt in einem Baudenkmal, ist zudem eine Abschreibung der anfallenden Sanierungskosten möglich.

Die Bestandsimmobilie hat noch einen weiteren klaren Vorteil gegenüber dem Neubau: sie ist meist sofort bezugsfertig. So lässt sie sich die Immobilie ohne lange Wartezeit zum lang ersehnten eigenen Zuhause machen - oder auch an Dritte weitervermieten.  Auch das Risiko einer verspäteten Fertigstellung oder gar der Insolvenz des Bauträgers kommt hier im Vergleich zum Neubau nicht zum Tragen.

Letztlich ist die Entscheidung für oder gegen den Kauf einer Bestandsimmobilie vor allem eine Frage des Komforts. Wer möglichst schnell einziehen oder vermieten möchte, oder sich aufgrund des Charmes und der Ästhetik in einen Altbau verliebt, wird mit dem Kauf einer Bestandswohnung glücklich werden. Langfristig betrachtet lohnt sich aber die Investition in ein Neubauobjekt: Neben geringen Instandhaltungskosten und der beeindruckend hohen Energieeffizienz, machen einem hier technische Modernisierungen das Leben im Alltag leichter, als hohe Decken es je könnten. Stellplatz, Aufzug, Fußbodenheizung, Regendusche, sowie neben der hochwertigen Ausstattung auch moderne und offene Grundrisse, sind ein Luxus, den oft nur der Kauf eines Neubauobjekts mit sich bringt.